10 Gebote für einen gesunden Winter
Klirrende Kälte, Wolken und Dunkelheit tragen dazu bei, dass viele Menschen müde und antriebslos sind. Hinzu kommt, dass zahllose Krankheitserreger Hochsaison haben. GESUND & LEBEN zeigt, was Körper und Seele jetzt guttut.
1. Kraft fürs Immunsystem
Ein schwaches Immunsystem und aktive Krankheitserreger sind ein gefährliches Duo, das Erkältungen oder grippale Infekte begünstigen kann. Um die Abwehrkräfte zu unterstützen, sollte der Fokus jetzt auf einer vitaminreichen Ernährung liegen. Vitamin C wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und neutralisiert Sauerstoffradikale, wenn diese Zellen angreifen. Da der Körper es nicht selbst produziert, muss es über die Nahrung aufgenommen werden (z. B. aus grünem Gemüse oder Kräutern, roter Paprika oder Beeren). Studien zeigen, dass Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel (10–20 nmol/l) zu einem hohen Prozentsatz häufiger Infekte erleiden als jene mit guten Werten (60–90 nmol/l). Die Wirkung von Vitamin D ist gut erforscht, ihm wird eine immunmodulierende Funktion bestätigt. Gute Nahrungsquellen sind Pilze, Eier, Meeresfrüchte oder Käse. Überdies sorgt vor allem Sonnenlicht für die Bildung von Vitamin D. Auch Vitamin E bringt Power für das Immunsystem, es stärkt die Bildung von Abwehrzellen und schützt vor freien Radikalen. Reichlich enthalten ist es in Nüssen und hochwertigen Ölen.
2. Vorbeugen gegen Erkältungen
Mehr als 200 Virenarten haben im Winter Hochsaison und sind allgegenwärtig. Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen sind die Folge. Viren lauern auf Türklinken, Tastaturen oder Haltegriffen und breiten sich rasant aus. 30 Sekunden Händewaschen oder Desinfektionsmittel schützen vor einer Ansteckung. Etwa die Hälfte der Viren, die eine Erkältung mit sich bringen, sind Rhinoviren, aber auch RSV (Respiratorisches Synzytialvirus) oder Enteroviren, die etwa beim Husten oder Niesen übertragen werden. Kälte allein kann keine Verkühlung verursachen, doch Warmhalten ist in jedem Fall sinnvoll, so die Forschung. Untersuchungen zeigen, dass sich Erkältungserreger in den etwas kühleren Nasenschleimhäuten besser vermehren als in den wärmeren Lungen, möglicherweise, da sich infolge der Abkühlung bereits vorhandene Viren rascher vermehren können. Auch kalte Füße können eine beginnende Erkältung begünstigen, das stellten Forschende der Oxford University fest. Unter anderem deshalb, weil die Abwehrkräfte nur dann ideal funktionieren, wenn der Körper gut durchblutet ist. Warme Kleidung und Fußbäder sind effektive Maßnahmen gegen erste Anzeichen einer Erkältung.
Wintersport als ideales Vorsorgeprogramm: Es wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus, zeigt dem Stress die kalte Schulter und stärkt das Immunsystem .
3. Geben Sie Ihrem Körper kalt-warm
Die Vorteile thermischer Reize hat schon Sebastian Kneipp erkannt. Kalte Waschungen, Wickel, Wassertreten und Güsse haben eines gemeinsam: Durch den Kältereiz ziehen sich die Blutgefäße zusammen, danach erweitern sie sich wieder, es kommt zu einer besseren Durchblutung. Die Bildung von Abwehrzellen wird angeregt, das Immunsystem gestärkt. Ähnliche Effekte haben Saunabesuche: Durch den Temperaturwechsel, also das Schwitzen in der Sauna und danach das Abkühlen unter der Dusche, kommt Schwung in den Stoffwechsel. Studien des finnischen Kardiologen Jari Laukkanen zeigen, dass Saunieren nicht nur vor Infekten, sondern auch vor Herzinfarkt schützen kann, und Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen, im Durchschnitt drei bis fünf Jahre länger leben. So weit, so gut, doch die Sauna ist nicht für alle ideal. Bei bestimmten Vorerkrankungen, wie etwa Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Venenerkrankungen oder im Falle eines akuten Infektes sollte man auf die Sauna verzichten oder nur nach ärztlicher Absprache saunieren. Eine tolle Alternative: Nach der täglichen Pflegedusche noch rasch eine Minute mit Kaltwasser duschen. Auch das hat positiven Einfluss auf das Immunsystem.
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Text: Doris Simhofer ⎪ Fotos: iStock_Vadym Ilchenk0